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David gegen Goliath bei der Planai-Classic

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Jedes Jahr lockt die Planai-Classic zahlreiche Besitzer historischer Fahrzeuge in die Region Schladming/Dachstein - die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Fabian Bonora
Foto: Ennstal-Classic/Martin Huber


Wir präsentieren das PS-stärkste, sowie schwächste Fahrzeug der Planai-Classic 2016: Carlo Hasenöhrl und Marco Zauner pilotieren bei der Planai-Classic einen Renault 4CV aus dem Jahre 1957. Gerade einmal 19 PS müssen ausreichen, um die Berge des malerischen Ennstals zu erklimmen. Die Leistung kommt dabei aus einem Reihen-Vierzylinder mit 800 Kubikzentimeter Hubraum.

Hasenöhrl sieht die PS-Differenzen aber nicht als Hindernis: “Bekanntlich wird fehlende Leistung durch Wahnsinn ersetzt. So lang hab ich den 4CV zwar noch nicht, aber wir haben uns schon gut angefreundet. Ich habe auch einen sehr ehrgeizigen Beifahrer, aber ‘reißen’ werden wir nicht viel. Spaß muss es machen!”

Eine unschlagbare Kombination


Die Stärken des 4CV liegen besonders beim Antriebskonzept. „Eigentlich ist es das perfekte Winterauto. Heckmotor und Heckantrieb. Die Traktion ist einfach wunderbar. Im Vergleich zu meinem Auto aus dem Vorjahr ist er bequemst zu fahren und sogar ein bisschen warm”, schwärmt Hasenöhrl.

Die Geschichte des 4CV ist eine bis heute ungeklärte Streitfrage, Ferdinand Porsche soll an der Entwicklung mitgearbeitet haben. „Die Franzosen dementieren dies aber vehement! Während des Vichy-Regimes war es in Frankreich verboten zivile Fahrzeuge zu entwickeln, somit fehlt ein Kontakt zu Ferdinand Porsche“, erklärt Hasenöhrl. In der Nachkriegszeit wurden dann über 1,1 Millionen Exemplare gebaut. Heute besitzt der 4CV allerdings einen großen Seltenheitswert.

Am anderen Ende der Skala liegt der Ford Mustang von Gerhard und Astrid Witzany. Unter der Haube arbeiten laut Fahrer zwischen 300 bis 320 Pferdestärken. Der Mustang wiegt circa 1.250 Kilogramm und besitzt somit auch ein angemessenes Leistungsgewicht. Auf die Frage wie sich so viel Leistung auf Eis und Schnee fährt, antwortet Witzany nur gelassen: „Sehr angenehm. Wenn man hinten bisserl Gewicht einlädt - wir haben 60 Kilo Blei hineingepackt - dann hat er auch genug Grip und ist auch schön zu fahren.”

Drehtmoment macht schaltfaul


Einen besonderen Vorteil sieht Witzany im massiven Drehmoment seines Mustangs: „Die anderen müssen schalten, ich lege einfach den zweiten Gang ein. Vom Stillstand bis 85 km/h ist das immer der richtige Gang. Das hilft uns hier ziemlich.”

Bedenken über zu viel Leistung gibt es keine: „Vor zwei Jahren sind wir ohne Probleme die Planai raufgefahren. Wir haben genug Gewicht im Kofferraum, meine Beifahrerin muss sich also nicht in den Kofferraum sitzen oder am Auto Ketten anlegen. Der Mustang besitzt noch dazu ein Sperrdifferenzial, da kommen wir schon ganz gut rauf.”

Trotz dieser enormen PS-Unterschiede kann sich trotzdem jeder Fahrer Siegchancen ausrechnen. Die Planai-Classic ist eine Gleichmäßigkeits-Rallye und Leistung ist dabei eben nicht erstrangig.