4. – 6. Jänner 2018

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Offener Purismus: „Wenn man Spaß hat, wird einem nicht kalt“

Besonders die Vorkriegsautos der Planai-Classic ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Wir fragten zwei Piloten, warum man ohne Dach und Heizung durch den Winter fährt.

Fabian Bonora
Fotos: Martin Huber/Markus Oberländer

Eine verschneite Bergstraße in den Alpen. Meterhohe Schneewände flankieren die Seiten. Das dumpfe Grollen eines alten Vergasermotors dröhnt durch die Nacht und langsam erscheint im dichten Schneetreiben die Silhouette eines Autos ohne Dach. Der Fahrer, bekleidet mit einer Ledermütze und einer Fliegerbrille, ist sichtlich gezeichnet und hat Mühe, das riesige Lenkrad zu drehen. Nein, wir befinden uns nicht bei der Rallye Monte Carlo 1927, sondern bei der Planai-Classic 2017.

Puristischer als in der Epoche I (Vorkriegswagen) kann man die Oldtimer-Rallye wohl kaum bestreiten: Christian Baier und Johann Kofler stellen sich in zwei Boliden der fahrerischen Herausforderung auf den Eis- und Schneepisten im Raum Schladming/Dachstein, sowie der Belastung für Körper und Geist - und das sogar ohne Beifahrer.

„Das ist das letzte automobile Abenteuer das man in Österreich noch finden kann. Ich will das nicht mit einer normalen Autofahrt von Wien nach St. Pölten vergleichen, das hier ist die Sucht nach dem Abenteuer. Ich habe mich wirklich schon riesig gefreut mich jetzt drei Tage zu navigieren und zu schauen, dass ich das Auto den Berg hinauf und - was noch viel schwieriger ist - auch wieder heil herunterbringe”, beschreibt Christian Baier, der bei der Planai-Classic einen Lea Francis aus dem Jahre 1927 pilotiert, den Nervenkitzel.

Christian Baier war schon 19 Mal bei der Planai-Classic dabei und hat schon sämtliche Bedingungen miterlebt. „Es hilft schon, dass ich hier im Ennstal einige Ecken kenne, denn ich muss soweit es geht voraus schauen. Einmal nicht im richtigen Gang und es geht für mich in der nächsten Spitzkehre geradeaus weiter. Die Basics sind natürlich die gleichen. Wenn du in einer Kurve Gas gibts, bist du weg”, schildert Baier. “Jedes Mal wenn ich auf die Seilzugbremse steige, tut sich etwas anderes. Manchmal geht sie nur links, manchmal nur rechts, manchmal auch gar nichts. Das ist die Herausforderung“, erklärt er den Reiz an der Sache.

Auch die Belastung für den Körper ist bei bitterkalten Außentemperaturen natürlich enorm: „Man braucht schon fünf Schichten, da kann man sich gerade noch so bewegen und hat noch eine gewisse Restwärme.” Christian Baier kämpft sich bei der heurigen Ausgabe der Planai-Classic allein durch die Kälte: “Meiner Frau ist das teilweise zu schnell geworden. Nicht nur die Fahrerei, sondern auch die Rechnerei. Durch den vielen Schlupf ist das Hochrechnen des Durchschnitts eine wahre Herausforderung. Jetzt muss ich halt eher auf mein Gefühl hören.”

Für Johann Kofler ist die Teilnahme bei der Planai-Classic Ehrensache: „Rauno Aaltonen hat einmal zu mir gesagt ‘Wir haben unser ganzes Leben vom oder mit Motorsport gelebt, jetzt müssen wir etwas zurückgeben'.” Der Tiroler sitzt am Steuer eines Sunbeam Supersport, der von einem 3 Liter großen Sechszylinder-Aggregat aus dem Hause Bentley angetrieben wird. „Als ich begonnen habe Auto zu fahren, gab es weder Servolenkung, noch elektronische Helferlein. Dadurch waren sie im Winter schwierig zu fahren. Doch das ist mir bis in mein Alter von 71 Jahren geblieben und macht mir heute noch Spaß.”

Der heutige Straßenverkehr ist für Johann Kofler kein besonderes Erlebnis mehr: “Ins moderne Auto kann ich nichts von meiner Routine mitnehmen. Das macht alles keine Freude mehr. Auch wird man derartig diszipliniert, dass man überhaupt keine Emotionen mehr rauslassen kann. Wenn man einmal Motorsport gemacht hat, dann bleibt das in den Knochen drinnen. Wenn wir hinterm Lenkrad sitzen und der Auspuff ist laut und man kann ein bisschen Gas geben, dann sind wir schon glücklich.” Obwohl Kofler vor vier Tagen noch mit einer Grippe im Bett gelegen ist, macht ihm die eisigen Temperaturen bei der heurigen Ausgabe nichts aus: „Wenn man Spaß hat, wird einem nicht kalt”

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