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Interview mit Frau MMag.a Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Regionen, Wissenschaft und Forschung

Frau Barbara Eibinger-Miedl ist als steierische Landesrätin unter anderem zuständig für Wirtschaft und Tourismus. Sie besucht die Ennstal-Classic am Mittwoch zum Eröffnungsabend.  

Ist es Ihr erster Besuch bei der Ennstal-Classic?
Eibinger-Miedl: Nein, es ist mein zweiter und ich freue mich sehr, dass ich bei der heurigen Rallye wieder live dabei sein kann. Wann immer es mir möglich ist, versuche ich als Tourismuslandesrätin bei Veranstaltungen wie der Ennstal-Classic teilzunehmen.

Welche Affinität haben Sie zum Automobil und spezifisch zu Classic-Fahrzeugen (Oldtimern) als steirische LR für Wirtschaft?
Oldtimer üben auf mich eine besondere Faszination aus. Mein Hochzeitsauto war zum Beispiel ein Mercedes Jahrgang 1970. Es ist beeindruckend, wie sich das Auto in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat und diese Entwicklung setzt sich fort. Die Steiermark wird als Automobilland mit innovativen Technologien ihren Beitrag dazu leisten. Beispielsweise sind wir Testregion für automatisiertes Fahren.

In der Region Graz ist die Automobilindustrie ein wichtiger Bestandteil der steirischen Industrie und im Norden finden in Spielberg und in Gröbming internationale Classic-und Motorsportveranstaltung statt. Schlägt in der Steiermark das Autoherz Österreichs schlechthin?
Die Steiermark ist ein traditionelles Automobilland, in dem viele international erfolgreiche Unternehmen wie beispielsweise AVL oder Magna ihren Sitz haben.  Mit einer Forschungsquote von rund zwölf Prozent im Mobilitätsbereich sind wir hier besonders innovativ. Auch die Veranstaltungen nehmen in der Steiermark in wirtschaftlicher sowie touristischer Hinsicht einen hohen Stellenwert ein. Daher könnte man tatsächlich fast sagen, dass wir neben dem Grünen Herz Österreichs auch das Autoherz Österreichs sind.

Die Ennstal-Classic hat sich zu einem echten Wirtschaftsfaktor in der Region Schladming-Dachstein entwickelt (15.000 zusätzliche Nächtigungen, eine Umweg Rentabilität von € 10 Millionen und ein Werbewert von mehr als € 3 Millionen in österreichischen Print- und TV Medien). Welche Bedeutung messen Sie dieser Veranstaltung bei?

Der Mehrwert von Classic Events wie der Ennstal-Classic ist für unser Bundesland enorm, etwa in wirtschaftlicher Hinsicht, was die regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze betrifft. Sie bieten außerdem die Möglichkeit, uns den Besucherinnen und Besuchern als gute Gastgeber zu präsentieren. Das steigert die Attraktivität der Region sowie den Stellenwert als Veranstaltungsort und zieht so positive Effekte für unser Tourismusland insgesamt nach sich.

Wie stehen Sie zum aktuellen Paradigmenwechsel in der Antriebstechnik der Automobilindustrie?  
Der Mobilitätssektor ist seit jeher von Veränderungen geprägt, befindet sich aber gerade in einem besonders starken Umbruch. Die Digitalisierung, die Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen oder alternativen Antriebstechnologien sind nur einige Beispiele dafür. Mit dem Mobilitätscluster ACstyria, innovativen Unternehmen, Forschungseinrichtungen wie dem Kompetenzzentrum ‚Virtual Vehicle‘ und einem breiten Ausbildungsangebot verfügt die Steiermark über ein hervorragendes Umfeld, um diese Veränderungen als Chance zu nutzen und so die Zukunft der Mobilität entscheidend mitzugestalten. Wir setzen dabei auf Technologie-Offenheit, denn die Politik soll zwar Zielvorgaben, aber keine bestimmte Technologie vorgeben.  

In Oberösterreich (Steyr) steht die Industrie vor echten Herausforderungen ihre Arbeitsplätze in der Automobilindustrie zu erhalten. Gibt es ähnliche Tendenzen in der Steiermark?
Mobilität ist seit vielen Jahren ein wesentliches Stärkefeld und die Mobilitätsindustrie eine der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine der Steiermark. Natürlich ist auch diese Branche mit Herausforderungen konfrontiert, aber der Wirtschaftsstandort Steiermark hat sich gerade in der aktuellen Corona-Krise als sehr resilient erwiesen. Gerade wegen unseres hohen Forschungsanteils, blicke ich zuversichtlich in die Zukunft.

Wie schafft die steirische Landesregierung den Spagat zwischen Industrie/Tourismus und Umwelt?
Wirtschaft und Umweltschutz schließen sich bei uns nicht aus, sondern gehen in der Steiermark Hand in Hand. Eine wesentliche Rolle bei der Vereinbarkeit spielen die grünen Technologien. Sie sind eine absolute Zukunftsbranche und wir bauen diesen Sektor weiter aus. Damit leisten wir einerseits einen Beitrag zum Klimaschutz und sorgen andererseits für wirtschaftliches Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze. Gerade auch viele Tourismusbetriebe und Veranstalter achten auf den Umweltschutz. Ich freue mich, dass auch die Ennstal-Classic so klimaneutral wie möglich gestaltet wird.

„Autofahren im letzten Paradies“ – haben Sie nicht auch einmal Lust, sich dieser Freude hinzugeben?
Ja, das wäre schön.

Danke für das Interview.

Fotocredit: Theresa Rotwangl

2021_eibinger_miedl: (c) Theresa Rotwangl (© (c) Theresa Rotwangl)