Offizielle Fotoseite der Ennstal-Classic:  (© Ennstal Classic)
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Schneeketten? Nein danke!

Harald Kilzer versetzte die Konkurrenz in Staunen, als er als Einziger ohne Ketten den Dachstein bezwang.

Michael Hintermayer & Fabian Bonora
Fotos: Planai-Classic / Martin Huber

Kein Wunder, denn Kilzer ist Geschäftsführer von Vredestein Österreich, Slowenien und Kroatien. Für die heurige Planai-Classic vertraut er auf einen speziellen Pneu (dem Vredestein Nord-Trac 2) seiner Firma, der seine Qualitäten gleich am Anfang unter Beweis stellen konnte.

Bei der Planai-Classic 2018 bist du mit einem Spezial-Reifen unterwegs?
„Ganz genau, aber so speziell sind die für uns doch nicht. Es ist handelsüblicher Reifen den Vredestein für die skandinavischen Länder produziert und hauptsächlich in Russland, Schweden und Finnland verwendet wird. Die Mischung ist extrem weich, deswegen ist er sehr griffig und das ohne Spikes. Ich fahre auch ohne Schneeketten, braucht man eben auch nicht, wegen der weichen Gummimischung, der Grip ist von Haus aus sehr gut.“

Welche Temperaturbereiche deckt man damit ab? Irgendwann fängt ja jeder Reifen an zu „Schmieren?“
„In einem Winterreifen sind chemische Weichmacher drin, die dafür sorgen, dass durch die Reibung von einem Reifen, der Gummi sich erwärmt. Deswegen ist das temperaturunabhängig. Bei Minus 40 Grad wird es dann natürlich grenzwertig, aber durch die Reibung funktioniert die Mischung dann ideal. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Bei warmen Temperaturen um die Null Grad ist die Kilometerleistung dann doch relativ niedrig. Bei 15- bis 20.000 Kilometern ist dann Schluss. Je nach Gasfuß.“

Und du bist wirklich der einzige der den Dachstein ohne Ketten erklommen hat?

„Genau. Und eben auch wirklich bis ganz nach oben gekommen ist, denn das ist ja das Entscheidende.“

Ist dieser Reifen bei uns erhältlich und zugelassen?
„Die Nachfrage ist nicht so groß, weil er schon für österreichische Autobahnen sehr weich ist, aber wir haben diesen Reifen immer in Wien lagernd. Also besonders für alle die Classic-Rallyes fahren.“

Warum beschäftigt sich Vredestein sehr viel mit Oldtimern?
„Weil es ein sehr interessantes Thema ist, wenn man Autoaffin ist, beziehungsweise eine Liebe zu Oldtimern hat. Doch jeder Oldtimer-Besitzer hat natürlich noch einen Zweit- oder Drittwagen, oder einen großen Fuhrpark in der Firma hat. Das hängt dann meistens dran, denn die müssen schließlich auch bereift werden.“

Hat Vredestein auch Pneus für untypische, oder nicht mehr geläufige Dimensionen?
„Mit der Sprint Classic Serie für den Sommerbereich können wir fast jedes Nachkriegsfahrzeug von 1946-75 abdecken. Dadurch haben wir ein sehr breites Spektrum. Im Winter bieten wir drei Dimensionen an, die speziell für Oldtimer gemacht wurden. Mit dieser Classic Winter Serie werden die meisten Oldtimer, wie Austin Healey, MG etc., bedient.“

Was ist dein persönlicher Bezug zum Motorsport? Ist das für dich das erste Mal, dass du an so einer Rallye teilnimmst?
„Das ist nun meine dritte Planai-Classic, ich fahre zudem noch genug andere Rallyes. Ich bin jetzt seit 17 Jahren bei Vredestein und eben schon bei sehr vielen Veranstaltungen dabei gewesen.“

Warum eigentlich gerade dieser Mercedes W115 200/8? Das ist doch ein eher untypisches Auto für eine Winter-Rallye.
„Das ist ein Erbstück von meinem Großvater. Vor 16 Jahren habe ich den Benz dann restauriert. Wir haben es dann vor drei Jahren mal probiert bei der Planai-Classic zu fahren und das hat ganz gut geklappt. Mit den richtigen geht das auch mit Heckantrieb und ohne Zusatzgewicht im Kofferraum – selbst mit Automatik.“

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